Fachverband Sozial- und Sonderpädagogik
Association professionnelle pour l’éducation sociale et la pédagogie spécialisée

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Abschluss der Arbeiten des Runden Tisches

Ende der Frist für Gesuche um einen Solidaritätsbeitrag, einzelne Kantone entschuldigen sich für das geschehene Unrecht

von Gabriele E. Rauser

Integras hat mit Bedauern festgestellt, dass bis zum Ende der Frist (31. März 2018) weniger Gesuche eingegangen sind als erwartet (ca. 9‘000 anstatt 12‘000) – das bedeutet, dass es vermutlich vielen Betroffenen trotz allem nicht gelungen ist, einen Antrag auf einen Solidaritätsbeitrag zu stellen. Zu gross die Angst, die Ohnmacht, die Scham, die Bitterkeit, der Schmerz.

Seit 2013 setzte sich Integras aktiv am Runden Tisch im Rahmen der Wiedergutmachung ein. Dabei war es uns insbesondere wichtig, die Prozesse so niederschwellig zu gestalten, dass Betroffene auch wirklich ein Gesuch einreichen und nicht wieder traumatisiert werden. Im Februar 2018 fand der letzte Runde Tisch statt. Der Abschluss der Arbeiten wurde am 17. Mai 2018 in Bern mit einer kleinen Abschlussfeier mit Frau Bundesrätin Simonetta Sommaruga gewürdigt.

Integras hat sich mit einem Brief anfangs März 2018 nochmals an das Bundesamt für Justiz gewendet und sich für eine Verlängerung der Frist sowie ein nationales Denkmal ausgesprochen. Aus gesetzlichen Gründen war dies leider nicht möglich. Dennoch plädiert Integras dafür, Wege zu suchen, die bisher unerreichten Betroffenen doch noch zu erreichen.

Einzelne Kantone entschuldigen sich für das geschehene Unrecht

Nach dem Bund (am 11. April 2013 entschuldigte sich Bundesrätin Simonetta Sommaruga im Namen des Bundesrats bei den Opfern fürsorgerischer Zwangsmassnahmen für das erlittene Leid), ziehen die Kantone nach: Am 27. März 2018 hat sich der Regierungspräsident Manuele Bertoli im Namen des Kantons Tessin bei den Opfern fürsorgerischer Zwangsmassnahmen entschuldigt und ein Denkmal eingeweiht. Auch andere Kantonsregierungen wie zum Beispiel Graubünden, Thurgau, Vaud und Fribourg haben sich bereits bei den Opfern fürsorgerischer Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen entschuldigt.

» Weitere Infos zum Kanton Tessin (auf französisch)

» Beitrag in der SRF-Tagesschau zum Abschluss des Runden Tisches