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Forschungsprojekt «Pflegekinder – next generation»

Rückblick auf die Fachtagung vom 25. Oktober 2019

An der Fachtagung nahmen rund 150 hochkarätigen Gäste aus Praxis, Politik und Verwaltung teil. Die Projektleiterin Judith Bühler (Palatin Stiftung) sowie Karin Meierhofer (PACH) und Gabriele Rauser (INTEGRAS) stellten das Projekt «Pflegekinder – next generation» erstmals vor und informierten über die drei Projektphasen:

  1. In der ersten Phase wird das Projekt geplant, eine Kommunikationsstrategie ausgearbeitet, verschiedene Teilprojekte im Detail konzipiert sowie die systematische Forschung vorbereitet (2019).
  2. In der zweiten Phase erfolgen die systematische Forschung und der Dialog in Fachkreisen dazu (2020 – 2023).
  3. Schliesslich werden in der dritten Phase gezielte Verbesserungs- und Sensibilisierungsmassnahmen geplant und umgesetzt (2024-2026).

Die Tagungsteilnehmer erhielten einen vertieften Einblick in den gegenwärtigen Diskurs:

  • Beat Reichlin von der Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz (KOKES) referierte über Empfehlungen der SODK und der KOKES, die zurzeit am Entstehen sind. Viel werde heute über das Kind gesprochen, zu wenig jedoch mit dem Kind.
  • Franziska Gengenbach, Leiterin Amt für Kind, Jugend und Behindertenangebote, Kanton Basel-Landschaft, stellte die Pflegekinderhilfe in ihrem Kanton vor.
  • Andrea Weik, Amtsvorsteherin kantonales Jugendamt KJA, Kanton Bern, fokussierte in ihrem Referat auf zentrale Diskussionspunkte wie etwa die Professionalität der Pflegefamilie oder die Rolle der verschiedenen Akteure.
  • Mirjam Bugmann, Projektleiterin Umsetzung Kinder- und Jugendheimgesetz, Kanton Zürich, zeigte auf, wie das neue Gesetz in Zürich die Heimpflege umwälzt. Ein besonderes Augenmerk richtete sie auf die Hilfe für Pflegekinder nach Erreichen der Volljährigkeit bzw. auf die Nachsorge, wenn Kinder aus dem Heim oder der Pflegefamilie entlassen werden.
  • Bertrand Martinelli vom Waadtländer Jugendschutz zeigte unter anderem auf, wie in der Waadt die staatliche Zusammenarbeit mit Pflegefamilien funktioniert und dabei Vorbild für andere Kantone sein kann.
  • Marco Galli wiederum, Amtsleiter Unterstützungsbüro für Institutionen und Aktivitäten für Familien und Jugendliche, Kanton Tessin, präsentierte «Alternativen zwischen Platzierung und nicht-Platzierung» bzw. neue Ideen im Umgang mit Kindern, die weder in Heimen noch in Pflegefamilien platziert werden.

Forschungsbedarfsanalyse unter Einbezug der massgebenden Akteure

Anlässlich der Tagung hatte das Fachpublikum die Möglichkeit, seine Interessen und drängendsten Fragen im Bereich der Pflegekinderhilfe einzubringen. Diese Inputs sollen in die umfassende Forschungsbedarfsanalyse einfliessen. Auf der Grundlage dieser Analyse, bei der auch die Ergebnisse aus Dialoggruppen – etwa mit Pflegeeltern und Pflegekindern – berücksichtig werden, entscheidet eine Projektgruppe über die Wissenschaftsprojekte. Diese werden an Schweizer Hochschulen initiiert und vorwiegend über das Projekt «Pflegekinder – next generation» finanziert.

Namhafte Kooperationspartner begleiten das Forschungsprojekt

Das Projekt, das auf die nächsten acht bis zehn Jahre angelegt ist, wird von der Palatin-Stiftung gemeinsam mit den beiden Fachverbänden PACH (Pflege- und Adoptivkinder Schweiz) und INTEGRAS (Fachverband für Sozial- und Sonderpädagogik) geleitet. Kooperationspartner sind unter anderem die SODK (Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren), das BSV (Bundesamt für Sozialversicherungen) sowie die KOKES (Konferenz für Kindes und Erwachsenenschutz).

 pflegekinder nextgeneration

Informationen zum Forschungsprojekt erhalten Sie unter pflegekinder-nextgeneration.ch.

Bei Anfragen steht Ihnen die Projektleiterin Judith Bühler unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zur Verfügung.