Fachverband Sozial- und Sonderpädagogik
Association professionnelle pour l’éducation sociale et la pédagogie spécialisée

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Tagung Sonderpädagogik 2015

Wenn Kinder Grenzen sprengen Der Umgang von Profis mit Macht und Ohnmacht

Wir stellen fest: Kinder und Jugendliche in Schulen – auch in Sonderschulen – zeigen häufiger auffälliges Verhalten. Sie «stören» die Abläufe und bringen Institutionen an ihre Grenzen. Wie können wir dieses herausfordernde Verhalten verstehen, wie ihm begegnen? Unsere Welt verändert sich ständig, wobei die Geschwindigkeit der Veränderungen zunimmt. Das schafft Orientierungslosigkeit. Wie können wir Menschen da noch mithalten? Wie schaffen wir Normen und Werte um uns immer wieder neu zu orientieren? Und was geschieht mit unseren Kindern in diesem turbulenten Prozess?

Ist es diese Orientierungslosigkeit, die Kinder und Jugendliche dazu bringt, uns Erwachsene Grenzen erfahren zu lassen? Die Institutionen sind gefordert, indem sie immer wieder neue Wege suchen und Massnahmen erarbeiten müssen. Partnerschaftliche, offene Zusammenarbeit mit Menschen führt immer wieder zu Grenzerfahrungen. Dabei ist gar nicht immer klar, wer für die Grenze verantwortlich ist: Ist es das Verhalten eines Menschen, das so stark herausfordert, dass wir keine Antwort mehr darauf haben? Oder ist es unsere eigene Fähigkeit, unsere Erwartung und Forderung, die dem anderen Menschen nicht entspricht und ihn an seine Grenze führt?

Wir wollen mehr darüber wissen, was in unserer Gesellschaft passiert, dass so viele Kinder, auch Kinder mit Behinderungen, uns Fachpersonen an Grenzen bringen. Wie ist das neurologisch zu erklären? An welche Grenzen führen uns die Kinder und Jugendlichen? Wie können wir sinnvolle Grenzen erkennen und diese auch setzen? Grenzen setzen, auch vorübergehende Versetzung der Kinder in ein anderes Setting, heisst nicht, die Verantwortung abgeben! Anhand konkreter Beispiele wollen wir erfahren, wie Sonderschulen mit Kindern und Jugendlichen mit aggressivem oder schwierigem Verhalten umgehen. Uns interessiert, welche Rolle die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden spielen und was die Vernetzung der Sonderschulen für positive Effekte für den Umgang mit auffälligem Verhalten haben könnte.

Referate

Transformation de notre société Conséquences sur la pédagogie spécialisée
Jean-Paul Gaillard

Wann ist Lernverhalten auffällig?
Elsbeth Stern

Aggressives Verhalten von Schülerinnen und Schülern in institutionellen Kontexten
Alexander Wettstein

Bündner Standard – ein Instrument zum Umgang mit Grenzen … und seine Nebenwirkungen
Martin Bässler und Jörg Leeners

Ich kann nicht mehr, ich brauche Hilfe! Instrumente zum Umgang mit Tragfähigkeit
Jean-Daniel Bloch

Schnittstellen KESB – Sonderschulen
Sven Coljin

Das Helfersystem des Kantons Wallis im Rahmen der Verhaltensauffälligkeiten von Schülerinnen und Schülern. Entstehungsgeschichte, Bilanz und Ausblick
Marcel Blumenthal